Eines der am meisten diskutierten und schwierigsten Themen an Bonsai ist das Thema Totholz. Wir wollen diesem schwierigen Thema eine Serie in unserem Blog widmen und uns dabei dem Thema kontinuierlich nähern, unsere Erfahrungen widergeben und gern mit Euch diskutieren.

Die Natur als Lehrmeister

Beim Thema Totholz ist unser Vorbild und Lehrmeister der beste, den es gibt – die Natur selber. Sie vereint alles, wonach wir streben. Eine Unendlichkeit an Geduld, die Macht über alle Elemente und das Gefühl für den Baum, das Leben und den Tod. Wir müssen leider neidlos anerkennen, dass kein anderer, als die Natur selbst, besseres Totholz gestalten kann. Sie lässt die Elemente über einen langen Zeitraum unermüdlich auf den Baum und die abgestorbenen Partien wie Äste oder Stamm einwirken. So entstehen Totholzpartien mit einer unglaublichen Schönheit. Nichts erzählt den Überlebenskampf des Baumes mehr, als die abgestorbenen Äste, ausgehöhlte Stämme oder entrindete und blank polierte Baumpartien.

Die Annäherung an die Natur

Doch wie schafft man es, sich der Natur anzunähern, die Techniken zu adaptieren, sie zu beschleunigen, altes verwittertes Holz entstehen zu lassen?
Zuerst muss man sich aus unserer Sicht mit den unterschiedlichen Baumtypen (Nadelbaum / Laubbaum), deren natürlichen Wachstumsumgebungen und auch mit dem natürlichen Vorkommen von Totholz beschäftigen. Z.B. werden Nadelbäume wie Kiefern, Wacholder und Fichten sehr viel älter und weisen ein widerstandsfähigeres Holz auf, dagegen werden die meisten Laubbäume wie Buche, Ahorn & Co nicht so alt, das Holz der Laubbäume ist daher weniger widerstandsfähig gegen Verrottung und Fäulnis. Dies kann man sehr gut bei Wanderungen durch den Wald, über Wiesen oder im Gebirge beobachten, sehr altes Totholz kommt bei Nadelbäumen sehr viel häufiger vor, als bei Laubbäumen, da der Baum selber diese lange Zeit ebenfalls überlebt. Solche Eindrücke sind sehr wertvoll bei der Arbeit an Bonsai und Totholzgestaltung.

Totholz entsteht auf natürliche Weise z.B. durch das Abbrechen von Ästen (Schneelast, Sturm), Blitzeinschlag, Schädlinge, Fäulnis oder durch das Absterben von Baumpartien. Beim Hobby Bonsai wird die natürliche und zufällige Entstehung eher vermieden, hier ist der Gestalter des Baumes, derjenige, der entscheidet, ob und wo Totholz angelegt oder vorhandenes verfeinert wird. Doch auch hier bedarf es viel Zeit und Geduld bis künstlich erzeugtes Totholz reif und natürlich aussieht. Wichtig hierbei ist zu wissen, was man dem Baum zumuten kann und wie das richtige Vorgehen ist. Beispielsweise sollte man vermeiden unnatürliches oder übertriebenes Totholzgestaltungen z.B. an Laubbäumen zu erzwingen.
Dies möchten wir in den folgenden Beiträgen zu Totholz gern aufzeigen aber auch mit Euch diskutieren, da auch bei diesem Thema durchaus unterschiedliche Ansätze verfolgt werden.
Folgende Themen werden wir streifen und bei Bedarf auch gern vertiefen. Dabei ist wichtig, dass vieles eigene Erfahrungen sind und sicher bei weitem nicht perfekt. Wir freuen uns aber über den Austausch und über viele Beispiele.

  • Baumarten und deren Totholz
  • Natürliches Totholz
  • Entwicklung von natürlichem Totholz
  • Werkzeuge / Vorgehen
  • Bücher/Literatur

Totholzgalerie

Wir sammeln zudem auf unseren Reisen immer Eindrücke von natürlichen Totholz. Diese Bilder findet ihr in unserer Totholzgalerie. Diese wird regelmäßig aktualisiert.